Vater und Sohn reinigen ihre Zähne mit Zahnseide und schützen sich so vor Parodontitis

Parodontitis-Behandlung:
Kostenübernahme durch die IKK classic

Parodontitis ist eine entzündliche Veränderung des Zahnfleisches und des Kieferknochens. Im Zuge der Krankheit schwindet der Zahnhalteapparat, was schlimmstenfalls Zahnausfälle zur Folge hat. Eine rechtzeitige Behandlung kann helfen, den Zahnhalteapparat zu stabilisieren und Folgeschäden zu vermeiden.

Die IKK classic übernimmt die Kosten der Parodontitis-Behandlung, wenn eine Sondierungstiefe der Zahnfleischtaschen von mindestens 4 mm vorliegt und bestimmte Diagnosen erfüllt sind. Ergänzend zur Behandlung ist eine gute Vorsorge wichtig - dazu gehört auch die professionelle Zahnreinigung.

Ablauf der Parodontitis-Behandlung

Die Parodontitis - umgangssprachlich auch Parodontose genannt - ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Ursache sind Bakterien, die Entzündungen des Zahnfleischs hervorrufen und den Kieferknochen angreifen können. Dadurch kann der Zahnhalteapparat zurückgehen; im schlimmsten Fall droht der Verlust von Zähnen.

Der Ablauf lässt sich für Versicherte so zusammenfassen:

  • 1. Früherkennung: Versicherte haben einmal innerhalb von zwei Jahren Anspruch auf Erhebung des Parodontalen Screening-Index (PSI).

  • 2. Diagnostik: Bei Anzeichen einer parodontalen Erkrankung erhebt die Zahnärztin oder der Zahnarzt Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und Tabakkonsum und dokumentiert den klinischen Befund.

  • 3. Therapieplanung: Vor der Behandlung werden Stadium und Schweregrad der Parodontitis festgestellt.

  • 4. Nachsorge: Nach der Behandlung sind gute Mundhygiene, sorgsame Zahnreinigung und regelmäßige zahnärztliche Nachsorge wichtig. Mit der langfristigen Nachbehandlung sollte drei bis sechs Monate nach Abschluss des geschlossenen bzw. offenen Vorgehens begonnen werden.

Kostenübernahme bei Parodontitis durch die IKK classic

Liegt eine medizinische Notwendigkeit vor, übernimmt die IKK classic die Behandlungskosten für die Parodontitisbehandlung unter folgenden Voraussetzungen:

  • Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt stellt die Diagnose: Parodontitis.

  • Ein Behandlungsplan wird von Ihrer Zahnarztpraxis bei der IKK classic elektronisch zur Genehmigung eingereicht.

  • Nach der Bewilligung kann die Behandlung beginnen.

Gut zu wissen: Je nach individueller Situation können zusätzliche Kosten entstehen. Beispielsweise für eine professionelle Zahnreinigung oder freiwillige Zusatzleistungen (z. B. spezielle Keimtests). Ihre Zahnarztpraxis informiert Sie darüber im Vorfeld transparent.

Professionelle Zahnreinigung zur Vorbeugung von Paradontitis

Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) kann die häusliche Mundhygiene ergänzen, weil dabei auch schwer erreichbare Beläge entfernt werden. Solche Beläge können das Risiko für Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis erhöhen.

Gut zu wissen: Die IKK classic erstattet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene einmal jährlich bis zu 40 Euro für eine professionelle Zahnreinigung. Versicherte ab 18 Jahren können außerdem einmal jährlich bei teilnehmenden DentNet-Praxen eine kostenfreie PZR in Anspruch nehmen.

Parodontitis Nachsorge ist Vorsorge

Nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase können Versicherte – ausgerichtet am individuellen Bedarf – eine strukturierte Nachsorge in Anspruch nehmen, um den Behandlungserfolg zu sichern. Die langfristige Nachbehandlung umfasst unter anderem:

  • Kontrolle der Mundhygiene

  • erneute Mundhygieneunterweisung, soweit erforderlich

  • vollständige Reinigung aller Zähne

  • subgingivale Instrumentierung an betroffenen Zähnen bei entsprechenden Sondierungstiefen und Sondierungsbluten

  • ab dem zweiten Jahr einmal je Kalenderjahr die Untersuchung und Dokumentation des Parodontalzustands

Besonderheiten für Versicherte mit Parodontitis und Pflegegrad

Versicherte mit Parodontitis, die einem Pflegegrad zugeordnet sind oder Eingliederungshilfe erhalten, können anstelle der systematischen Behandlung auch eine abgewandelte Form der Behandlung erhalten. Diese Behandlung zeigt die Zahnärztin oder der Zahnarzt der IKK classic an; sie ist nicht genehmigungspflichtig.

Das kann relevant sein, wenn:

  • die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist

  • eine Behandlung in Allgemeinnarkose notwendig ist

  • die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Was sind die Symptome einer Parodontitis?

Eine Parodontitis kann sich durch Zahnfleischbluten beim Zähneputzen, gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch sowie anhaltenden Mundgeruch bemerkbar machen. Auch zurückgehendes Zahnfleisch oder empfindliche Zahnhälse können Anzeichen sein. In fortgeschrittenen Fällen können sich Zähne lockern. Da die Erkrankung meist schleichend verläuft und oft keine Schmerzen verursacht, wird sie häufig erst spät erkannt.

Ist Parodontitis ansteckend?

Eine Parodontitis ist nicht direkt ansteckend. Die Bakterien, die an der Erkrankung beteiligt sind, können zwar übertragen werden, aber eine Parodontitis entsteht nicht allein durch diese Bakterien. Entscheidend ist auch die individuelle Veranlagung, die Mundhygiene und weitere Risikofaktoren.

Welche Hausmittel helfen bei Parodontitis?

Hausmittel können eine Parodontitis nicht heilen oder stoppen. Die Erkrankung sollte immer zahnärztlich behandelt werden, um weitere Schäden an Zahnfleisch und Kieferknochen zu vermeiden. Eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten können die Behandlung jedoch unterstützen und helfen, das Zahnfleisch gesund zu halten.

Ist Parodontitis heilbar?

Eine Parodontitis kann in den meisten Fällen erfolgreich behandelt und langfristig kontrolliert werden. Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu stoppen und weiteren Knochenabbau zu verhindern. Regelmäßige Kontrolltermine, professionelle Nachsorge und eine gute Mundhygiene helfen dabei, den Behandlungserfolg dauerhaft zu sichern.

Welche Leistungen werden oft angeboten und können nicht übernommen werden?

Mögliche zusätzliche Leistungen, die von der Praxis angeboten werden und die wir nicht übernehmen dürfen, sind zum Beispiel:

  • Zusätzliche Professionelle Zahnreinigung
  • Risikotest, um eine Parodontitis frühzeitig zu erkennen
  • Laboruntersuchungen wie mikrobiologische Tests, Enzymtests oder DNA-Analysen
  • Parodontitisbehandlung an Zahnimplantaten
  • Antibiotika, welche direkt in die Zahntaschen eingelegt werden
  • Desinfektion der Zahnfleischtaschen mittels Laser oder Ozontherapie
  • Langzeit-Desinfektionstherapie

Kann die Praxis während der Behandlung gewechselt werden?

Versicherte haben die freie Wahl unter den Vertragszahnärzten. Der Versicherte soll den Vertragszahnarzt innerhalb eines Kalendervierteljahres nur bei Vorliegen eines triftigen Grundes wechseln. Bei der Behandlung von Parodontitis und anderen Parodontalerkrankungen gilt dies für den kompletten Zeitraum bis zum Abschluss der Behandlung.

Ein Wechsel während der laufenden Behandlung ist möglich, wenn ein triftiger Grund (z. B. gestörtes Vertrauensverhältnis, Umzug) vorliegt. Der Wechsel ist gegenüber der Krankenkasse durch den „neuen“ Vertragszahnarzt elektronisch anzuzeigen und durch die IKK classic erneut zu genehmigen. Die IKK classic teilt dem „alten“ Zahnarzt das Behandlungsende (Enddatum der Genehmigung) mit.

Was ist der Unterschied zwischen einer Zahnfleischentzündung und einer Parodontitis?

Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist die Vorstufe einer Parodontitis und betrifft nur das Zahnfleisch. Wird sie rechtzeitig behandelt, heilt sie meist vollständig aus. Breitet sich die Entzündung jedoch auf den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen aus, spricht man von einer Parodontitis. Diese muss zahnärztlich behandelt werden, um weiteren Knochenabbau und möglichen Zahnverlust zu verhindern.

Hat eine Parodontitis Auswirkungen auf meine allgemeine Gesundheit (Herz, Diabetes, Schwangerschaft o. ä.)?

Ja, Parodontitis kann sich auf die allgemeine Gesundheit auswirken. Wissenschaftliche Studien zeigen Zusammenhänge mit Erkrankungen wie z.B.:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
    erhöhtes Risiko z. B. für Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Diabetes:
    Parodontitis kann den Blutzucker verschlechtern – und umgekehrt
  • Schwangerschaft:
    kann das Risiko für Frühgeburten erhöhen

Eine frühzeitige Behandlung der Parodontitis trägt dazu bei, die Mundgesundheit zu erhalten und mögliche gesundheitliche Risiken zu verringern.

Wie lange dauert eine Parodontitisbehandlung insgesamt?

Die eigentliche Parodontitisbehandlung ist in der Regel nach einigen Wochen abgeschlossen und umfasst eine Vorbehandlung und die Hauptbehandlung.

Anschließend erfolgt die unterstützende Parodontitistherapie (UPT), die über einen Zweijahreszeitraum regelmäßige Kontroll- und Nachsorgetermine je nach Schweregrad der Erkrankung umfasst. Auch danach sind eine konsequente Vorsorge und eine gute Mundhygiene entscheidend, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern.

Tut eine Parodontitisbehandlung weh?

Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Parodontitisbehandlung als gut auszuhalten. Dank einer örtlichen Betäubung verläuft die Behandlung in der Regel schmerzarm. In den Tagen danach können das Zahnfleisch und die Zahnhälse vorübergehend empfindlich sein.

Weitere zahnärztliche Leistungen, für die wir Kosten übernehmen:

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