Symptome, Ursachen und Verlauf
PMS (prämenstruelles Syndrom) bezeichnet wiederkehrende körperliche und psychische Beschwerden, die typischerweise in den Tagen, bei manchen Frauen auch schon bis zu zwei Wochen, vor der Periode beginnen. Mit Einsetzen der Periode klingen sie meist ab; in der ersten Zyklushälfte sind sie oft deutlich schwächer oder fehlen. Fast alle Frauen und menstruierende Personen erleben gelegentlich einzelne der typischen PMS-Beschwerden. Von PMS sprechen Fachleute erst, wenn mehrere oder einzelne Symptome regelmäßig auftreten und das Wohlbefinden oder den Alltag spürbar beeinträchtigen. Wie häufig PMS ist, hängt auch davon ab, welche Kriterien eine Erhebung zugrunde legt.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. „Eine Zeit lang ging man davon aus, dass eine wegen eines Progesteronmangels fortbestehende Östrogendominanz in der zweiten Zyklushälfte Ursache aller PMS-Beschwerden ist“, sagt Dr. med. Mirjam Wagner. Diese Theorie ist mittlerweile widerlegt, so die erfahrene Gynäkologin, Gynfluencerin in den sozialen Medien, Buchautorin von „Mein PMS und ich“ und selbst von PMS Betroffene.
Es wird aber angenommen, dass eine erhöhte Sensibilität gegenüber den natürlichen Veränderungen der Sexualhormone in der zweiten Zyklushälfte eine Rolle spielt. „Menschen mit PMS reagieren auf den Abfall des Östrogens und gleichzeitigen Anstieg des Progesterons in der Lutealphase erwiesenermaßen empfindlicher als Menschen ohne PMS,“ so Dr. Wagner. Auch Botenstoffe im Gehirn könnten beteiligt sein. Klar ist: PMS ist keine Einbildung und kein persönliches Versagen.
In den Augen der Expertin handelt es sich bei PMS um eine Volkskrankheit und sie appelliert an Frauen und Menstruierende, ihre Symptome ernst zu nehmen. „Jeder vierte Mensch mit Zyklus in Deutschland leidet an PMS, wobei sogar drei Viertel aller Menstruierenden angeben, regelmäßig Zyklusbeschwerden zu haben.“