Prävention wirkt: Demenz vorbeugen und Risiko im Alltag senken

Redaktion
IKK classic

Demenz ist weit verbreitet, doch man kann das Risiko, an ihr zu erkranken, aktiv beeinflussen. Viele aktuelle Studien zeigen: Bis zu etwa 45 Prozent der Demenzfälle können durch gezielte Prävention verhindert oder zumindest deutlich hinausgezögert werden. Erfahren Sie, welche Faktoren entscheidend sind und wie Sie Ihr Gehirn im Alltag gezielt schützen können.

Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) leben in Deutschland derzeit rund 1,84 Millionen Menschen mit Demenz. Tendenz steigend. Der demografische Wandel und die höhere Lebenserwartung tragen dazu bei, dass in Zukunft noch mehr Menschen betroffen sein werden. Gleichzeitig zeigen laut BIÖG wissenschaftliche Studien, dass bis zu etwa 45 Prozent der Demenzfälle durch gezielte Prävention verhindert oder zumindest deutlich hinausgezögert werden könnten.

Sie sind dem Risiko also nicht hilflos ausgeliefert. Vieles, was Sie für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel tun, hilft auch Ihrem Gehirn – und zwar schon Jahrzehnte bevor erste Symptome auftreten. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Faktoren eine Rolle spielen und was Sie im Alltag konkret tun können.

Wie groß ist der eigene Einfluss auf das Demenzrisiko?

Demenz entsteht durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Neben Alter und genetischer Veranlagung spielen Lebensstil, Vorerkrankungen, Bildung, geistige Aktivität sowie soziale und psychische Einflüsse eine wichtige Rolle. Alter und Erbanlagen lassen sich nicht verändern. Ein erheblicher Teil des Risikos hängt jedoch mit Faktoren zusammen, die Sie beeinflussen können.

Laut der jüngsten, 2024 aktualisierten, Erkenntnisse einer interdisziplinären und internationalen Expertengruppe, die sich im Auftrag der renommierten britischen Wissenschaftszeitung „The Lancet“ regelmäßig mit dem Thema auseinandersetzt, gibt es 14 beeinflussbare Risikofaktoren. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, körperliche Inaktivität, Cholesterin, Schwerhörigkeit, Übergewicht, soziale Isolation, Rauchen und Alkoholkonsum.

Das bedeutet nicht, dass jede Demenz vermeidbar ist. Sie können jedoch das Risiko deutlich senken, überhaupt zu erkranken, den Krankheitsbeginn nach hinten verschieben und den Verlauf im frühen Stadium verlangsamen. Je früher Sie damit anfangen, desto besser. Studien zeigen, dass besonders der Lebensstil in der Mitte des Lebens, also etwa zwischen 40 und 65 Jahren, entscheidend ist. Aber auch später lohnt sich jede Veränderung – das Gehirn bleibt ein Leben lang formbar.

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Studie: Kognitive Trainings zur Vorbeugung von Demenz

Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Elmar Gräßel, Leiter des Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Erlangen, fand 2020 bis 2022 die Pilotstudie „Stoppt die Demenz“ statt, an der 89 Menschen im Alter von 60+ mit „leichter kognitiver Beeinträchtigung“ teilnahmen. Innerhalb von fünf Jahren gehen 74 Prozent der Fälle mit kognitiver Beeinträchtigung in eine Demenz über.

Die Studie hatte zum Ziel, positiv auf die Beeinträchtigungen einzuwirken und den Übergang in eine Demenz-Erkrankung zu verhindern. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten demnach drei Mal wöchentlich ein bestimmtes Training (u.a. Gedächtnis- oder Logik-Spiele) an PC, Laptop oder Tablet absolvieren. 

Nach bereits sechs Monaten verbesserte sich die kognitive Leistungsfähigkeit im Durchschnitt deutlich, was mit einem wissenschaftlich gültigen und international anerkannten Kurz-Test nachgewiesen werden konnte. Nach zwölf Monaten verbesserten sich die Leistungen noch einmal ausgeprägter. Während zu Beginn der Studie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kognitive Beeinträchtigungen hatten, gab es bei 40 Prozent der Personen bereits nach sechs Monaten keine kognitiven Auffälligkeiten mehr.  

In seinem neuen Projekt „BrainFit-Nutrition“ sollen die erfreulichen Ergebnisse aus der Pilotstudie noch einmal gesteigert werden, denn: „Natürlich spielt auch eine ausgewogene Ernährung eine große Rolle. Nicht nur als Präventionsmaßnahme für viele andere Krankheiten, sondern eben auch für Demenz“, so Prof. Dr. Gräßel. Hier erhalten Sie mehr Informationen zu dem Projekt „BrainFit-Nutrition“.

Und auch die jüngst vom Fachjournal „Alzheimer’s & Dementia“ veröffentlichten Ergebnisse einer Langzeitstudie unterstreichen, dass kognitives Training das Risiko, an Demenz zu erkranken, spürbar senken kann: In der Studie absolvierten die Teilnehmenden zunächst bis zu zehn Trainingssitzungen, die jeweils etwa 60 bis 75 Minuten dauerten und innerhalb von fünf bis sechs Wochen stattfanden. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden erhielt anschließend sogenannte Booster-Sitzungen: Bis zu vier zusätzliche Einheiten von ebenfalls jeweils 60 bis 75 Minuten, die nach etwa 11 Monaten und nochmals nach 35 Monaten durchgeführt wurden.

Das Ergebnis: Teilnehmende, die über drei Jahre hinweg insgesamt bis zu 23 Stunden das spezielle Training zur Verarbeitungsgeschwindigkeit absolvierten, hatten ein um rund 25 Prozent reduziertes Risiko, innerhalb von 20 Jahren an Alzheimer oder einer anderen Demenzform zu erkranken.

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Demenz: Inwieweit haben wir das Risiko selbst in der Hand?

Unser Gespräch mit Prof. Dr. med. Elmar Gräßel, Leiter des Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Erlangen:

  • Welche Rolle spielt die Genetik in der Demenz?

    Eine Demenz, z. B. bedingt durch die Alzheimer-Krankheit, ist zwar keine unmittelbar vererbte Krankheit – aber die genetischen Risiken sind beachtlich. Aus Zwillingsstudien ging hervor, dass die Genetik etwa die Hälfte des gesamten Risikos ausmacht. Das scheint auf den ersten Blick viel, aber es gibt noch viele weitere Ursachen, die die Entstehung einer Demenzerkrankung begünstigen. Oder umgekehrt gesprochen: Es sind ebenso viele Faktoren wie Ernährung, körperliche und geistige Fitness oder soziale Aktivitäten, die wir aktiv beeinflussen können, um das Risiko einer Demenz zu minimieren. 

  • Wie vielversprechend sind die präventiven Maßnahmen, die ich treffen kann?

    Ich erkläre dies gerne anhand des Beispiels Auto: Wir wissen, dass wir ohne Sicherheitsgurt einem großen Risiko ausgesetzt sind, tödlich zu verunglücken oder zumindest schwere Verletzungen bei einem schweren Unfall davon zu tragen. Tragen wir nun einen Sicherheitsgurt bei der Fahrt, minimieren wir dieses Risiko erheblich. Trotzdem gibt es natürlich Fälle, in denen man ein Leben lang ohne Gurt fahren und trotzdem unversehrt bleiben kann. Oder aber eben trotz Sicherheitsgurt schwere Verletzungen davonträgt.

    Eine Garantie gibt es nie. Und doch ist es beruhigend zu wissen, dass wir durch das Anschnallen so positiv auf das Risiko einwirken können. Ähnlich ist es mit den präventiven Maßnahmen gegen eine Demenz: Hier haben wir viel in der Hand, um es der Entstehung einer Demenz so schwer wie möglich zu machen. 

  • Wie können Ärztin oder Arzt bei der Prävention weiterhelfen?

    Bei auftretenden Symptomen sollten Sie in jedem Fall eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, um hier eine verlässliche Diagnose zu erhalten. Viele Krankheitsbilder und gesundheitliche Einschränkungen können das Risiko einer Demenzentstehung darstellen. „Deshalb lohnt es sich nicht nur bei auftretenden Problemen zum Arzt zu gehen, sondern zusätzlich einmal im Jahr einen gesundheitlichen Check bei der Hausärztin oder dem Hausarzt in Anspruch zu nehmen“, so der Experte. Hier würde man einmal ganzheitlich untersucht und der aktuelle Gesundheitszustand überprüft. Frühe Anzeichen seien hierdurch zu erkennen und eine Behandlung möglich.

Diese Risikofaktoren für Demenz lassen sich beeinflussen

Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren zählen:

  • Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Diabetes und gestörter Zuckerstoffwechsel

  • Adipositas (Übergewicht), vor allem im mittleren Lebensalter

  • Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum

  • Bewegungsmangel

  • Niedriges Bildungs- und Aktivitätsniveau („geistige Unterforderung“)

  • Depressionen und langanhaltender Stress

  • Schwerhörigkeit

  • Soziale Isolation

Acht Tipps, um einer Demenz vorzubeugen

1. Stress reduzieren

Negativen Stress und starke Belastungen sollten Sie möglichst vermeiden. Was genau als Belastung empfunden wird, ist sehr individuell. Aufgaben, die Sie allerdings stark stressen und um den Schlaf bringen, können sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken. Überwiegend positiv erlebte Anforderungen sind dagegen unbedenklich.

2. Ausreichend schlafen

Nicht nur für unseren Körper, sondern auch für unser Gehirn ist erholsamer Schlaf wichtig, um gesund und fit zu bleiben. Hier kommt es weniger darauf an, wie viel Schlaf dies am Ende ist (auch wenn natürlich eine Mindestmenge an Stunden in der Nacht nicht unterschritten werden sollte), sondern vor allem darauf, wie erholsam der Schlaf ist. Sie sollten sich tagsüber leistungsfähig und fit fühlen. 

3. Ausgewogen ernähren

Wie bei vielen Krankheiten wird auch die Demenz durch falsche bzw. unausgewogene Ernährung begünstigt. Übergewicht, aber auch ein Mangel an essenziellen Nährstoffen können zur Folge haben, dass unser Körper nicht mehr das leisten kann, wozu er eigentlich fähig wäre – was zunächst körperliche, später auch geistige Beschwerden zur Folge haben kann. 

Ein ausgewogener Speiseplan mit viel unverarbeiteten Lebensmitteln, reichlich Gemüse, etwas Obst und natürlich einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr von ca. 2 Litern über den Tag verteilt (am meisten bieten sich Wasser und ungesüßte Tees an) sorgt dafür, dass das Immunsystem gerüstet ist und gibt uns die beste Chance, sowohl körperlich als auch geistig gesund und fit zu bleiben.

Viele dieser Faktoren hängen zusammen. Wer sich wenig bewegt, hat häufiger Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes – und zieht sich eher zurück. Umgekehrt gilt: Kleine, aber konsequente Veränderungen wirken sich oft gleich auf mehrere Risikofaktoren positiv aus. Das kann zum Beispiel mehr Alltagsbewegung sein, eine gesündere Ernährung oder regelmäßige soziale Aktivitäten.

4. Rauchen einstellen

Dass man sich mit Zigaretten, Vapes und Co. nichts Gutes tut, ist bekannt. Rauchen ist ein Risikofaktor für Demenz. 

5. Nur wenig Alkohol trinken

Gegen etwas Alkohol ab und zu ist nichts einzuwenden. Aber da Alkohol ein Nervengift ist, sollte dieser nur sehr selten und in geringem Maß konsumiert werden. Gerade Alkoholmissbrauch schädigt immer das Gehirn.

 

6. Körperlich aktiv sein

Fitness und sportliche Betätigung im Alltag sind wichtig. Grundsätzlich ist bekannt, dass ausreichend Bewegung zur Prävention vieler Krankheiten beiträgt:

1. Das Körpergewicht reguliert sich in der Regel auf ein günstiges Niveau. Bei einem Body-Mass-Index (BMI) über 25 im mittleren Alter besteht bereits ein erhöhtes Risiko für eine Demenz im höheren Alter.

2. Regelmäßige Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Durchblutung und damit auf unser Herz-Kreislauf-System.

3. Erholsamer Schlaf stellt sich schneller ein. Denn wer am Tag nicht nur geistig, sondern auch körperlich aktiv ist, wird feststellen, dass das Einschlafen am Abend deutlich leichter fällt. 

7. Erschütterungen des Kopfes vermeiden

Sportarten wie Boxen oder häufige Kopfbälle im Fußball verdeutlichen es: Übt man etwas aus, was immer wieder zu Erschütterungen des Kopfes führt, kann dies negative Langzeitfolgen für unser Gehirn haben – und damit das Risiko für Demenz deutlich erhöhen. Empfehlenswerter sind daher Sportarten, bei denen der Kopf nicht in dieser Art beteiligt ist. 

8. Lebenslang lernen

Ob in der Arbeit oder in der Freizeit – es ist wichtig, dass wir uns auch geistig immer wieder Anforderungen stellen. Ob Diskussionen und Debatten über aktuelle Themen mit Freunden und Bekannten oder eine regelmäßige Kartenspiel-Runde, die Fähigkeiten beanspruchen – z. B. Strategien nutzen und Trümpfe merken! Man sollte immer wieder etwas dazu lernen wollen und Anregungen schaffen.  

Gerade beim Eintritt in die Rente ist es wichtig, als Seniorin und Senior genau solche Anreize zu schaffen und auch soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Hier sollten schon vor der Rentenzeit entsprechende Vorbereitungen getroffen werden, z. B. durch den Aufbau eines anregenden Freundeskreises für Gesellschaftsspiele, das Aktivieren von Hobbys wie Museumsbesuche oder einfache Übungen für Gehirn und Körper. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Ganz wichtig dabei ist: Es sollte Spaß machen und fest im Alltag eingebaut sein!

Wie Herz, Blutdruck, Diabetes und das Hörvermögen das Demenzrisiko beeinflussen

Das Gehirn ist auf eine sehr gute Durchblutung angewiesen. Alles, was die Blutgefäße schädigt, schadet auf Dauer auch der Denkfähigkeit.

Bluthochdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren – vor allem in der Lebensmitte. Dauerhaft hohe Werte fördern kleine Gefäßschäden im Gehirn. Das erhöht das Risiko für eine vaskuläre Demenz und kann auch die Alzheimer-Erkrankung begünstigen. Regelmäßiges Blutdruckmessen, Medikamente bei Bedarf und ein herzgesunder Lebensstil sind hier zentral.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern) oder koronare Herzkrankheit können die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen und so ebenfalls das Demenzrisiko erhöhen. Eine gute Einstellung der Erkrankung, regelmäßige Kontrollen und Bewegung sind deshalb doppelt wichtig – fürs Herz und fürs Gehirn.

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Demenz vorbeugen: Weshalb frühes Handeln wichtig ist

Demenz entwickelt sich häufig über viele Jahre, manchmal Jahrzehnte. Oft laufen im Gehirn schon Veränderungen ab, lange bevor erste Gedächtnisprobleme auffallen. Deshalb ist es so wichtig, früh aktiv zu werden – idealerweise schon ab dem mittleren Lebensalter.

Frühes Handeln bedeutet, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder hohe Blutfette konsequent zu behandeln, einen gesunden Lebensstil aufzubauen, der zu Ihnen passt und den Sie langfristig durchhalten können, psychische Belastungen, Depressionen und sozialen Rückzug ernst nehmen und Unterstützung suchen.

Auch Hörprobleme, ausgeprägte Schlafstörungen und andere Warnsignale sollten Sie nicht ignorieren. Selbst wenn Sie schon älter sind oder erste leichte Gedächtnisprobleme bemerken, lohnt sich Prävention. Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis über Ihre Sorgen. Oft lassen sich andere Ursachen wie Vitaminmangel, Schilddrüsenprobleme oder Depressionen behandeln. Und auch bei beginnender Demenz kann ein gesunder Lebensstil den Verlauf positiv beeinflussen und die Selbstständigkeit länger erhalten.

IKK classic unterstützt therapeutische Maßnahmen bei Demenz

Professor Dr. Gräßel hat die MAKS®-Therapie (MAKS: motorisch, alltagspraktisch, kognitiv, sozial) entwickelt. Bei dieser nichtmedikamentösen Präventionsmaßnahme sollen durch Übungen im Alltag die kognitiven Fähigkeiten von Demenz-Patientinnen und -Patienten geschult und damit verbessert werden. Der Schwierigkeitsgrad ist ausgerichtet auf Betroffene mit MCI (leichte kognitive Beeinträchtigung im Alter), leichter oder mittelschwerer Demenz. Mit der Unterstützung der IKK classic können stationäre und teilstationäre Pflegeeinrichtungen das Personal zu MAKS®-Therapeutinnen und -Therapeuten ausbilden lassen und die Therapie entsprechend anbieten. 

Auch Gartentherapie ist eine Möglichkeit, um Betroffene zu behandeln, ihre geistigen, aber auch motorischen Fähigkeiten zu fördern und zu stärken. Bei dieser Therapieform wird der Garten bzw. die Arbeit mit Pflanzen als Mittel genutzt, um Selbstvertrauen zu gewinnen und notwendige Schritte zur Pflege einer Pflanze – also für viele etwas Neues – zu erlernen und durch die Atmosphäre im Garten eine entspannte Umgebung zu erhalten. 

Auch hier unterstützt die IKK classic bei der Aus- bzw. Weiterbildung von Pflegepersonal, damit die Therapieform verbreitete Anwendung findet und von vielen Demenz-Patientinnen und -Patienten genutzt werden kann. 

FAQ

Was vergisst man als erstes bei Demenz?

Häufig ist zunächst das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Betroffene vergessen zum Beispiel, was sie gerade gesagt haben, wo sie etwas hingelegt haben oder was sie kürzlich verabredet haben. Langzeiterinnerungen aus der Kindheit bleiben anfangs meist besser erhalten. Entscheidend ist, ob solche Probleme deutlich zunehmen, den Alltag stören und sich nicht mehr einfach mit Stress oder Überlastung erklären lassen.

Welche Schlafstörung kündigt Demenz an?

Es gibt keine einzelne Schlafstörung, die eindeutig eine Demenz ankündigt. Auffällig können aber starke Unruhe in der Nacht, Umherwandern, eine deutliche Tag-Nacht-Umkehr oder sehr lebhafte, unruhige Träume mit Bewegungen sein. Auch eine unbehandelte Schlafapnoe mit Atemaussetzern kann langfristig das Gehirn belasten. Bei anhaltenden Schlafproblemen sollten Sie medizinischen Rat einholen – unabhängig von einer Demenzangst.

Was hat Cholesterin mit Demenz zu tun?

Erhöhte Cholesterinwerte, vor allem im mittleren Lebensalter, fördern die Entstehung von Arteriosklerose, also Ablagerungen in den Blutgefäßen. Das betrifft auch die Gefäße im Gehirn und erhöht das Risiko für Gefäßschäden und vaskuläre Demenz. Eine gute Einstellung der Blutfette durch Ernährung, Bewegung und bei Bedarf Medikamente schützt deshalb nicht nur Herz und Gefäße, sondern indirekt auch das Gehirn.

Was ist der 5-Wörter-Gedächtnistest für Demenz?

Der 5-Wörter-Gedächtnistest ist ein kurzer Test, mit dem Ärztinnen und Ärzte einen ersten Eindruck von der Merkfähigkeit gewinnen. Dabei werden fünf Begriffe genannt, die zunächst nachgesprochen und gemerkt werden sollen. Nach einer kurzen Ablenkung wird gefragt, welche Wörter noch erinnert werden. Ein auffälliges Ergebnis kann ein Hinweis sein, dass weitere Untersuchungen sinnvoll sind, ersetzt aber keine ausführliche Diagnostik.

Welcher Test deutet als erstes Zeichen auf eine Demenz hin?

Es gibt keinen einzelnen Test, der immer als erstes Zeichen gilt. In der Praxis werden kurze Screeningtests eingesetzt, etwa der Mini-Mental-Status-Test (MMST), der DemTect oder der Montreal Cognitive Assessment (MoCA). Sie prüfen Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Sprache. Auffällige Ergebnisse sind ein Anlass für weitere, ausführlichere Untersuchungen, stellen aber allein noch keine gesicherte Demenzdiagnose dar.

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IKK classic

Veröffentlicht am 06.05.2026

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