Blasenentzündung: Symptome und elf bewährte Wundermittel

Redaktion
IKK classic

Wenn die Blase plötzlich drückt und jeder Toilettengang unangenehm wird, steckt oft eine Blasenentzündung dahinter. Der Infekt ist meist harmlos, kann aber sehr belastend sein. Lesen Sie, woran Sie ihn erkennen, was hilft und wann ärztlicher Rat wichtig ist.

Was haben nasse Badekleidung, häufiger Sex und eine falsche Wischtechnik gemeinsam? Richtig, sie alle können eine Blasenentzündung verursachen. Von dieser schmerzhaften Harnwegsinfektion können auch Männer betroffen sein. Wir sagen Ihnen, was gegen Zystitis hilft, wie Sie ihr am besten vorbeugen können und welche Mythen rund um den Infekt kursieren.

Was ist eine Blasenentzündung?

Bei einer Blasenentzündung, auch Zystitis genannt, handelt es sich um eine häufig vorkommende Infektion der Harnwege. Sie wird meist durch Bakterien, seltener durch Viren, Parasiten oder Pilze hervorgerufen. Diese gelangen von außen über die Harnröhre in die Blase und führen dort zu einer Entzündung und Reizung der Blasenwand. Sowohl eine Verkühlung als auch ein geschwächtes Immunsystem können einen Infekt begünstigen.

Warum sind Frauen häufiger von einer Blasenentzündung betroffen?

Frauen sind etwa viermal häufiger betroffen als Männer. Der Grund dafür ist, dass die Harnröhre und der Darmausgang beim weiblichen Geschlecht näher beieinanderliegen. Darüber hinaus ist die Harnröhre bei Frauen kürzer, sodass Keime schneller in die Blase gelangen können.

Gemäß der S3 Leitlinie zur Behandlung von Blasenentzündungen, die von der Deutschen Gesellschaft für Urologie herausgegeben wurde, gehört der Harnwegsinfekt zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. Genaue Zahlen existieren jedoch nicht, da nicht immer ein Arzt aufgesucht wird. Stattdessen therapieren viele die Erkrankung mit Hausmitteln. Zudem suchen Patientinnen und Patienten verschiedene Mediziner wie Hausärzte, Gynäkologen, Urologen oder die Notfallambulanz auf. Die Datenlage ist also schwer zu erfassen.

 

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Was sind die Symptome einer Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung kann sowohl akut, als auch chronisch auftreten. Folgende Symptome können auf eine Zystitis hinweisen:

  • brennender Schmerz beim und direkt nach dem Wasserlassen

  • häufiger Harndrang, bei dem nur ein paar Tropfen ausgeschieden werden

  • Schmerzen im Unterleib

  • veränderter Uringeruch sowie Blut im Urin

  • Fieber und Schmerzen in der Nierengegend

  • migräneartige Kopfschmerzen

  • rheumaartige Gelenkschmerzen

  • Allergien

  • Magen- oder Darmprobleme

Eine Blasenentzündung ist eine äußerst unangenehme Angelegenheit, die leider häufig auftritt. Wenn Sie mindestens zweimal in sechs Monaten bzw. dreimal in zwölf Monaten von einem Harnwegsinfekt betroffen sind, handelt es sich um eine wiederkehrende Blasenentzündung. In solchen Fällen entscheidet der Arzt, ob die Einnahme von Medikamenten, wie beispielsweise Scheidenzäpfchen mit Milchsäurebakterien oder gar ein Antibiotikum, zur Vorbeugung sinnvoll ist.

Wie entsteht eine Blasenentzündung?

Oft sind Escherichia-coli-Bakterien (kurz: E. coli) dafür verantwortlich. Sie gehören natürlicherweise zur menschlichen Darmflora. Wenn diese Bakterien über eine falsche Wischrichtung vom Anus in die Harnröhre gelangen, ist der Weg zur Blase nicht weit. Aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Der Grund für den Harnwegsinfekt ist also in der Regel ein Bakterienbefall. Wenn Sie häufig von einer Blasenentzündung betroffen sind, machen Sie nicht zwingend etwas falsch. Vielmehr ist bei diesen Menschen die Schleimhaut von Harnröhre und Blase häufig so beschaffen, dass sich die Erreger dort gerne festsetzen.

Die Erreger können unter anderem auch beim Sex übertragen werden. Daher rührt der Begriff „Honeymoon-Zystitis“. Gerade Frauen sind davon betroffen, da häufiger Geschlechtsverkehr den weiblichen Intimbereich reizt und das Scheidenmilieu verändert. Auch neue Partner können Auslöser einer Blasenentzündung sein, da sich der Genitalbereich der Frau erst an die neuen Bakterien gewöhnen muss.

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Nein, eine Blasenentzündung ist nicht so ansteckend wie eine Erkältung oder Grippe. Meist werden sie durch körpereigene Darmbakterien ausgelöst, die in die Harnröhre und weiter in die Blase gelangen. Beim Sex können Keime jedoch leichter in den Intimbereich oder an die Harnröhre des Partners bzw. der Partnerin verschleppt werden. Deshalb ist es sinnvoll, während akuter Beschwerden auf Geschlechtsverkehr zu verzichten und anschließend auf eine gute Intimhygiene zu achten. Treten zusätzlich Ausfluss, Juckreiz oder Schmerzen beim Sex auf, sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob eine sexuell übertragbare Infektion die Ursache ist.

Wie lange dauert eine Blasenentzündung?

Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt oft innerhalb weniger Tage aus. Ohne Antibiotikum klingen die Beschwerden bei vielen Betroffenen innerhalb einer Woche ab, mit Antibiotikum meist schneller. Wenn die Schmerzen stärker werden, Fieber hinzukommt oder die Beschwerden länger als drei Tage unverändert anhalten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Das gilt insbesondere für Männer, Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, da bei ihnen ein komplizierter Verlauf häufiger möglich ist.

Elf bewährte Hausmittel gegen eine Blasen­entzündung

  • 1. Viel Flüssigkeit

    Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung sollten Sie reichlich trinken – mindestens zwei bis drei Liter am Tag. Der Hintergrund: Sie lassen häufiger Wasser und spülen dabei die Keime aus. Ideal sind Wasser oder spezielle Nieren- und Blasentees, die zusätzlich antibakteriell wirken. Auf Koffein und Limonade verzichten Sie besser. Warum? Die reizen die Blase und fördern das Bakterienwachstum.

    Wie viel Wasser am Tag ist gesund?
  • 2. Wärme

    Egal, ob Sie eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder eine Heizdecke zur Hand haben – Wärme entspannt die Blasenmuskulatur und lindert so die Schmerzen.

  • 3. Schüssler Salze

    Merken Sie sich die Nummer 3 – dem Schüssler Salz Ferrum phosphoricum wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Zudem soll es das Immunsystem stärken, eine ideale Kombi im Fall einer akuten Blasenentzündung. Anfangs können Sie ein bis drei Tabletten alle halbe Stunde unter der Zunge zergehen lassen, später reduzieren Sie die Dosis auf zwei- bis dreimal täglich.

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  • 4. Ätherische Öle

    Einige ätherische Öle reduzieren die Schmerzen, entkrampfen und hemmen die Entzündung. Dazu zählen zum Beispiel Johanniskraut-, Lavendel-, Teebaum-, Eukalyptus- oder Sandelholzöl.

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  • 5. Ibuprofen

    Um die Schmerzen besser auszuhalten, dürfen Sie auch mal zu einer Ibuprofen-Tablette greifen. Achten Sie aber auf die empfohlene Höchstdosis und fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker, ob das Medikament für Sie geeignet ist.

  • 6. Blasenauflagen

    Sie hemmt Entzündungen, lindert Krämpfe und wirkt entstauend – Omas gute alte Blasenauflage. Vermischen Sie dazu beispielsweise zehn Milliliter Olivenöl mit zehn Tropfen Eukalyptusöl und geben Sie den Mix auf eine Kompresse. Legen Sie diese auf die Blasengegend und darüber eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen. Die Auflage bleibt dort so lange, wie es für Sie angenehm ist.

  • 7. Backpulver

    Ein weiterer Tipp aus Omas Hausapotheke: Geben Sie eine Messerspitze Backpulver in ein Glas Wasser oder Tee. Trinken Sie davon drei Gläser am Tag. Alternativ können Sie Natron nehmen. Warum? Beide gleichen den aus der Balance geratenen Säure-Basen-Haushalt aus.

  • 8. Sitzbäder

    Setzen Sie sich für einige Minuten in eine größere Schüssel mit warmem Wasser. Unterstützend können Sie dieses mit Meersalz und ätherischen Ölen (siehe Punkt 5) anreichern.

  • 9. Apfelessig

    Die Säure aus dem Apfelessig bekämpft Keime und Bakterien. Daher geben Sie im Kampf gegen eine Blasenentzündung dreimal am Tag einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas lauwarmes Wasser und trinken dieses.

  • 10. Tee

    Bei einer Blasenentzündung können insbesondere Brennnessel- und Goldrutentee helfen. Der hohe Kaliumgehalt des Brennnesseltees bekämpft Keime und Bakterien und wirkt harntreibend. Die Inhaltsstoffe des Goldrutentees haben eine entzündungshemmende, krampflösende und ebenso harntreibende Wirkung.

  • 11. Ernährung

    Auch durch eine ausgewogene Ernährung können Sie einer Blasenentzündung vorbeugen oder diese lindern. Gemüse, zuckerarme Obstsorten, Gewürze, gute Öle, aber auch fetter Seefisch wie etwa Lachs, Makrele oder Hering sollten regelmäßig auf dem Teller landen. Fleisch wie etwa vom Schwein sollten Sie dagegen sparsam konsumieren, weil es entzündungsfördernde Substanzen enthält.

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Welche pflanzlichen Mittel helfen bei einer Blasenentzündung?

Cranberrysaft und andere Produkte mit der Moosbeere, wie etwa Kapseln oder Pulver, gelten als das präventive Hausmittel schlechthin gegen eine Blasenentzündung. Grund dafür ist die Annahme, dass die Beere eine Substanz enthält, die verhindert, dass sich die Erreger an der Wand der Harnblase festsetzen.

Bislang konnte jedoch nicht eindeutig bewiesen werden, dass dieser Effekt vor einem Harnwegsinfekt schützt. Einige Studien zeigen jedoch, dass Frauen, die regelmäßig Cranberry-Präparate einnehmen, etwas seltener an einer unkomplizierten Blasenentzündung erkranken. Da die Beere viele Vitamine und Mineralstoffe liefert, ist sie definitiv nicht schädlich. Probieren Sie also einfach aus, ob Ihnen die Einnahme hilft.

Wann sollten Sie mit einer Blasenentzündung zum Arzt gehen?

Als Mann, Kind oder schwangere Frau sollten Sie sich bei den ersten Anzeichen an einen Arzt wenden und sich nicht lange selbst mit Hausmitteln behandeln. Gleiches gilt für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie Diabetiker oder ältere Personen. Für alle anderen gilt: Wenn die Beschwerden nach drei Tagen nicht abklingen und/oder Fieber hinzukommt, lassen Sie sich besser ärztlich untersuchen. In der Praxis wird Ihr Urin dann auf Nitrit und weiße Blutkörperchen untersucht. Nitrit wird von Bakterien gebildet, und eine erhöhte Anzahl von Leukozyten deutet auf eine Entzündung hin.

Gehen Sie lieber einmal mehr zum Arzt als zu wenig. Eine unbehandelte Harnwegsinfektion kann sich nämlich zu einer Nierenbeckenentzündung entwickeln. Diese zeigt sich durch hohes Fieber, starke Schmerzen im unteren Rücken sowie Übelkeit und Erbrechen. Zudem steht sie im Verdacht, Fehl- oder Frühgeburten sowie ein geringes Geburtsgewicht von Neugeborenen zu begünstigen. Ein Antibiotikum beugt vor. Je nach Art kann dieses einmalig oder über mehrere Tage eingenommen werden. In jedem Fall sollten Sie die Therapie nicht vorzeitig abbrechen, um eine erneute Infektion zu vermeiden.

Blasenentzündung bei Männern

Statistisch gesehen trifft eine Zystitis nur etwa einen von 100 Männern, meistens nur einmal im Leben. Wer jedoch betroffen ist, leidet sehr. Deshalb gelten Männer als Risikogruppe. In jedem Fall sollten Männer bei einer Blasenentzündung einen Arzt konsultieren, um Folgeschäden zu vermeiden. Ohne ein Antibiotikum kommen sie nicht aus der Sache heraus.

In den meisten Fällen steht die Ursache in Zusammenhang mit einer Prostataentzündung oder einer vergrößerten Prostata. Letztere drückt auf die Harnröhre und ist mit steigendem Alter normal. Daher sind Männer meist erst ab 50 Jahren von einem Harnwegsinfekt betroffen. Bei jungen Männern stecken oft Infektionen mit Chlamydien oder Tripper hinter den ähnlich empfundenen Symptomen.

Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Schwangere gelten bei einer Blasenentzündung als Risikogruppe, da sie besonders anfällig für Harnwegsinfektionen sind. Ursache ist die Wirkung von Hormonen auf die Harnröhre, wodurch diese ihre Muskelspannung verliert und das Eindringen von Krankheitserregern erleichtert wird. Zudem drückt die größer werdende Gebärmutter gegen die Blase, sodass es zu einer Stauung kommen kann, in der sich Keime vermehren können.

Treten während der Schwangerschaft Symptome wie Bauchschmerzen, häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen, brennende und stechende Schmerzen in der Harnröhre und Fieber auf, sollten diese unbedingt unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden. Zu diesem Zweck wird eine Urinprobe entnommen, um die Art der Bakterien zu identifizieren und die Auswahl des Medikaments zu erleichtern.

Für Schwangere ist es wichtig zu wissen: Komplikationen einer Blasenentzündung in der Schwangerschaft sind gefährlich – auch für den Fötus. Bei der werdenden Mutter ist die häufigste Folge eine Entzündung des Nierenbeckens, die auch zu einem chronischen Nierenversagen führen kann. Beim Baby kann eine unbehandelte Blasenentzündung der Mutter zu einer Frühgeburt und einem niedrigen Geburtsgewicht führen.

Die neun besten Tipps zur Vorbeugung einer Blasenentzündung

  • Nach dem Schwimmen sofort nasse gegen trockene Kleidung tauschen.

  • Kalte Füße meiden, denn Unterkühlung führt zu einer schlechten Durchblutung der Harnblase.

  • Als Frau nach dem Sex möglichst direkt Wasserlassen.

  • Den Harndrang nie lange zurückhalten.

  • Die Blase stets komplett entleeren. Dazu aufrecht sitzen, Schwangere heben den Bauch mit den Händen unterstützend an.

  • Baumwollunterwäsche tragen und diese bei 60 Grad waschen.

  • Den Intimbereich nicht mit aggressiven Waschlotionen reinigen.

  • Nach dem Stuhlgang immer von vorne nach hinten abwischen.

  • Vitamin C nehmen, um den Urin anzusäuern – Bakterien mögen keine Säure.

Vorsorge in der Schwangerschaft

Welche Untersuchungen zur Schwangerschaftsvorsorge gehören und welche Leistungen die IKK classic anbietet, erfahren Sie hier.

Risiko­faktoren einer Blasen­entzündung

Es gibt Faktoren, die eine Harnwegsinfektion begünstigen. Welche das sind, haben wir für Sie zusammengefasst:

  • Geschwächte körpereigene Abwehr

    Krankheitserreger können ein schwaches Immunsystem leichter angreifen. Ursachen sind häufig Schlafmangel, Stress oder der Konsum von Alkohol und Zigaretten.

  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr

    Harnwegsinfekte können wiederkehrend durch mangelnde Flüssigkeitszufuhr auftreten. Viel trinken ist daher wichtig, um Keime gründlich auszuspülen.

  • Antibiotika

    Oftmals wird bei einer wiederkehrenden Zystitis auf Antibiotika zurückgegriffen. Doch neben den „schlechten“ werden ebenso die natürlichen Bakterien in der Scheidenflora getötet, wodurch die Schutzfunktion gegen Krankheitserreger beeinträchtigt wird.

  • Diabetes

    Diabetiker haben aufgrund ihres geschwächten Immunsystems ein erhöhtes Infektionsrisiko. Wenn der Urin einen hohen Zuckergehalt aufweist, bietet er Bakterien einen optimalen Lebensraum.

    Mehr über Diabetes erfahren
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Veröffentlicht am 29.07.2026

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